Unbewusstsein

Veröffentlicht am 14. Januar 2026 um 05:57

Unbewusstsein

Dinge, die es nur gibt, weil wir verlernt haben, wirklich da zu sein

Kennst du dieses Gefühl, wenn dich etwas trifft, ohne dass du genau sagen kannst warum? Mich trifft manchmal genau das: wie oft wir durchs Leben rennen, ohne es wirklich mitzukriegen. Wir stehen auf, funktionieren, entscheiden, reagieren. Aber wir sind nicht wirklich da. Nicht im Körper, nicht im Herzen, nicht im Moment.

Und wenn du einmal anfängst, bewusster hinzuschauen, merkst du plötzlich: Ganz viel von dem, was uns umgibt, existiert nur, weil wir im Autopiloten leben. Weil wir verlernt haben, zu fühlen.

 

Ampeln

Weil wir das natürliche Miteinander verloren haben

Hast du dir schon mal überlegt, warum wir überall Ampeln brauchen? An jeder Kreuzung, in jeder Stadt. Ein Licht, das uns sagt, wann wir gehen dürfen. Früher war das anders. In kleinen Dörfern, Gemeinschaften, in indigenen Kulturen hat sich angeschaut. Man hat gespürt, wer zuerst darf. Man hat gewartet, nicht, weil man musste, sondern weil man verbunden war. Heute schauen wir nicht mehr auf Menschen, wir schauen auf Regeln. Auf grün oder rot, nicht auf Gefühl. Wir brauchen Kontrolle, weil Vertrauen fehlt. Ampeln sind kein Verkehrsproblem. Sie sind ein Symbol dafür, wie sehr wir uns voneinander entfernt haben.

Werde bewusster: Schau das nächste Mal nicht nur auf die Ampel. Schau auf die Menschen. Wer wartet? Wer drängelt? Und wie würdest du handeln, wenn niemand zuschaut?

 

Eile

Weil wir den Moment nicht mehr spüren

„Ich hab keine Zeit.“ Wie oft sagst du das am Tag? Dabei ist Zeit gar nicht das Problem. Sie ist nicht gegen dich, sie ist da. Wir tun nur so, als müsste das Leben irgendwo anders stattfinden als jetzt. Also hetzen wir von Aufgabe zu Aufgabe, von To-do zu To-do. Eile entsteht nicht im Kalender. Sie entsteht im Inneren, wenn du nicht wirklich präsent bist. Dauerstress heißt nicht, dass du ein wichtiges Leben führst. Manchmal heißt es einfach nur, dass du dich nicht fühlen willst.

Werde bewusster: Frag dich morgens: Will ich heute durch den Tag rennen oder ihn erleben? Und dann atme.

 

Smalltalk

Weil echte Nähe uns Angst macht

„Na, wie geht’s?“ - „Muss ja.“ Dieser Satz sagt eigentlich alles und gleichzeitig gar nichts. Smalltalk gibt es, weil wir oft nicht wissen, wie wir uns wirklich begegnen sollen. Weil wir uns selbst nicht gut spüren und weil Nähe bedeutet, gesehen zu werden. Also reden wir über Wetter, Termine und Wochenende. Wir sprechen, aber sagen nichts und wundern uns, warum wir uns trotz vieler Kontakte einsam fühlen.

Werde bewusster: Stell heute eine Frage, die du wirklich meinst. Und hör zu. Nicht, um zu antworten, sondern um zu verstehen.

 

Fast Food

Weil wir den Kontakt zu unserem Körper verloren haben

Warum essen so viele Dinge, die ihnen eigentlich gar nicht guttun? Weil wir gelernt haben, auf schnell und bequem zu hören, statt auf unseren Körper. Fast Food ist Autopilot zum Mitnehmen. Hauptsache satt  Hauptsache jetzt. Egal, wie es sich danach anfühlt. Dein Körper weiß ziemlich genau, was er braucht. Aber du hörst ihn nicht, wenn du ständig über ihn hinweggehst.

Werde bewusster: Iss heute einmal langsam. Wirklich langsam. Spür, wie es schmeckt. Und frag dich: Tut mir das gerade gut oder beruhigt es mich nur kurz?

 

Alarmsysteme

Weil wir uns selbst nicht mehr trauen

Schlösser, Kameras, Codes. Wir sichern alles ab, aus Angst, etwas zu verlieren. Aber das eigentliche Misstrauen sitzt tiefer. Wir haben verlernt, auf unsere Intuition zu hören, Energie zu spüren, Grenzen zu setzen, ohne Mauern zu bauen. Wenn du ständig alles absichern musst, fehlt oft der Kontakt zur eigenen inneren Klarheit.

Werde bewusster: Spür Räume. Spür Menschen. Nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Bauch. Deine Wahrnehmung funktioniert, wenn du sie lässt.

 

Medikamente gegen Symptome

Weil wir den Ursprung nicht fühlen wollen

Kopfschmerzen? Tablette. Schlaflos? Tablette. Unruhe? Tablette. Wir leben in einer Welt, die Symptome ausschaltet, statt zuzuhören. Dabei ist Schmerz kein Fehler, er ist eine Nachricht. Aber Hinsehen braucht Mut und Geduld. Also betäuben wir lieber. Heilung ist nicht immer schnell, aber sie ist ehrlich.

Werde bewusster: Wenn etwas weh tut, körperlich oder seelisch, frag nicht nur: „Wie krieg ich das weg?“, sondern „Was will gerade gesehen werden?“

 

Likes und Klicks

Weil wir unseren Wert im Außen suchen

Ein Herz, ein Like, ein Kommentar. Wir tun so, als wäre das nichts, aber für viele bedeutet es alles. Likes existieren, weil wir vergessen haben, dass wir auch ohne Applaus wertvoll sind. Weil wir glauben, wenn andere mich sehen, dann bin ich richtig. Unbewusstsein braucht Bestätigung. Bewusstsein braucht Erinnerung.

Werde bewusster: Teile heute etwas, nicht um gesehen zu werden, sondern weil es wahr für dich ist. Und frag dich: Würde ich das auch sagen, wenn niemand reagiert?

 

Kleines Ritual zum Schluss

Bevor du heute einschläfst, frag dich leise: Wo war ich heute wirklich da? Und wo lief ich einfach auf Autopilot? Ohne Bewertung, ohne Urteil, nur ehrlich hinschauen. Denn genau da beginnt Veränderung.

 

Unbewusstsein ist wie ein Schleier

Du siehst, du funktionierst, aber du lebst nicht wirklich. Und trotzdem kannst du dich jeden Tag neu entscheiden. Nicht für alle, nicht für die Welt, aber für dich. Denn sobald du wieder fühlst, wieder atmest, wieder hinsiehst, merkst du: Die Welt braucht nicht mehr Regeln. Sie braucht mehr Bewusstsein. Und du bist Teil davon.

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