Fragen zum Jahresende

Veröffentlicht am 22. Dezember 2025 um 06:13

Fragen, die dir keiner stellt 

(aber sollte)

 

Jahresende. Überall Listen, Learnings, Dankbarkeitskram.

„Was war gut?“

„Was nehme ich mit?“

„Was lasse ich los?“

Ganz ehrlich? Diese Fragen sind okay. Aber sie gehen selten dahin, wo es wirklich weh tut. Oder ehrlich wird.

Hier kommen andere Fragen. Keine Selbstoptimierung. Kein „Ich nehme mir vor…“. Nur echtes Hinschauen.

 

Wenn dieses Jahr eine Person wäre, würdest du sie nochmal treffen wollen?

Oder wärst du eher so:

„War intensiv. Reicht jetzt auch.“

Was genau hat dich ausgelaugt und was hat dich trotzdem gehalten?

 

 

Was hast du dieses Jahr viel zu lange mitgeschleppt, nur weil du dachtest, es müsste halt so sein?

Job, Beziehung, Kontakt, Rolle?

Oder dieses ewige „Ich reiß mich halt zusammen“.

Was wäre passiert, wenn du früher gesagt hättest: „Nee. Will ich nicht mehr.“?

 

 

Wo hast du mehr erklärt als gelebt?

Erklärt, warum du bleibst. Warum du wartest. Warum es gerade nicht geht.

Und mal ehrlich: Wem wolltest du das eigentlich beweisen?

 

 

Welche Entscheidung hast du vertagt, in der Hoffnung, dass sie sich von selbst erledigt?

Spoiler: Hat sie nicht, oder?

Was hat dich mehr Energie gekostet? Die Entscheidung selbst oder das Drumherum?

 

 

Was hast du dieses Jahr akzeptiert, was du vor zwei, drei Jahren niemals akzeptiert hättest?

Und jetzt kommt die unbequeme Zusatzfrage:

Ist das Wachstum oder bist du einfach müde geworden?

Beides ist okay. Aber es sind zwei völlig verschiedene Dinge.

 

 

Wo warst du vernünftig, obwohl du eigentlich ehrlich sein wolltest?

Nicht laut, nicht dramatisch, einfach ehrlich.

Was wolltest du sagen und hast es dann doch runtergeschluckt?

 

 

Wenn jemand dein Jahr von außen beobachtet hätte: Worüber hätte er den Kopf geschüttelt?

Und noch wichtiger: Warum hast du genau da weitergemacht?

 

 

Was hat dieses Jahr von dir bekommen, obwohl es dir nichts zurückgegeben hat?

Zeit? Aufmerksamkeit? Hoffnung? Energie?

Was davon gehört eigentlich längst wieder dir?

 

 

Stell dir vor, dein neues Jahr fragt dich: „Was soll ich bitte anders machen als das letzte?“

Und nein, nicht: „Alles wird leichter.“ Sondern konkret,ehrlich, alltagstauglich.

Wo ziehst du eine klare Grenze?

Wo hörst du auf, dich selbst zu übergehen?

 

 

Zum Schluss eine Mini-Aufgabe statt einer Frage: Beende diesen Satz ohne nachzudenken.

„Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich nicht mehr bereit bin, …“

Punkt.

Nicht schön formulieren. Nicht relativieren. Kein Fazit. Kein Happy End. Du musst aus diesem Jahr nichts rausholen. 

 

 

Du bist kein Projekt

Vielleicht reicht es, zu sagen: „Okay. Ich hab’s gesehen.“ Und mit genau diesem Blick ins neue Jahr zu gehen, nicht perfekter, sondern ehrlicher. 

 

 

Wenn du tiefer gehen möchtest, begleite ich dich gern mit einem der folgenden Readings:

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